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Teil 1
Wie kommt man überhaupt zu einem Barsoi?
Man fährt
jährlich zur „Boote“ nach Düsseldorf, besucht im Anschluss die „Kö-Galerie“
und beobachtet dort im Parterre im Café drei herrliche große Hunde, die,
aneinander gereiht, wie Bratwürste auf dem Grill, ruhig und gelassen
daliegen, ohne Interesse am Trubel um sie herum. Dabei drei ebenso
außergewöhnliche interessante Menschen fortgeschrittenen Alters, vermutlich
„blauen Blutes“.
Dann geht man, nur so, zur Ausstellung nebenan nach Saarbrücken, es öffnet
sich eine Tür und heraus kommt ein Mann mit drei weißen, langhaarigen,
elegant an einer Leine tänzelnden Hunden, erstmals stehend so gesehen.
„Barsois“, wie er mir erklärte. Das war Liebe auf den ersten Blick! Aber
soooo große Hunde – nein, wohl eher doch nicht!
Mein damaliger treuer und geliebter Hunde-Gefährte Amber, ein Bearded-Collie,
noch im guten Alter, ließ jeden weiteren Gedanken an die mir damals
unbekannte Hunderasse vergessen.
Als es mit meinem Freund eben irgendwann, Jahre später, dann doch zu Ende
ging, keimte die Erinnerung in mir wieder auf und ließ mich, trotz
Verdrängens – der Größe wegen – nicht mehr los.
Während eines Kurzurlaubs in unserer Ferienwohnung in Port-Grimaud –
Südfrankreich – fuhren wir ziellos durch das schöne Hinterland. Bei Le Luc
stehen am Straßenrand plötzlich mehrere kleine weiße Schilder mit
verschiedenen Hunderasse-Namen, u.a. auch Barsois. Vollbremsung, drehen,
noch mal schauen und ab auf einen holprigen Weg in Richtung eines älteren
Hauses mit vielen Hunden. Eine ältere gebückte Frau (Frau de Thy) empfängt
uns freundlich und zeigt uns, rein interessehalber, verschiedene Barsois.
Ich wollte ja keinen Hund kaufen, fuhr gleichwohl am nächsten Tag noch mal
dort hin – nur um keinen Hund zu kaufen?! Ich ließ meine Adresse
dort, nur so, weil sie meinte, dass ich demnächst eine Mitteilung erhalte
über einen Wurf in der Nähe von Paris!
Tatsächlich, Wochen später, in herrlichem Deutsch/Französisch ein Fax über
einen Wurf mit „Puppys“! und einer Einladung von einer Frau Bacquet, zum
Anschauen.
„Kann man ja mal hinfahren, nur mal so“, aber soooo große Hunde, das geht ja
gar nicht. Gesagt – getan! Ein herzlicher Empfang in Fins, weit im
Nord-Osten Frankreichs.
Neun 3 Wochen alte Wollknäuel, süß, besonders die eine, so hübsch in Farbe
und gleichmäßiger Maserung. „Nein, nein“, wir wollten ja eigentlich nur mal
schauen und Abschied.
Es
ließ mich nicht mehr los, aber so große Hunde?!
Es
folgte der Kauf eines Buches „Charakter Hunde“, man wusste ja gar nichts
über diese Rasse und von einer Frau Franz im Nachbarort hatte man auch noch
nichts gehört.
Dann der Schock: ausgerechnet und als einziger Hund, inklusive der
Kampfhunde, kommt ein Satz, der uns schlaflose Nächte bereitete – Zitat
„......ein kämpfender Barsoi ist entsetzlich, nicht nur wegen seiner
Größe und seiner Kraft, sondern auch wegen seiner unglaublichen
Schnelligkeit“, oder Zitat „....., hetzfreudigen Raubtier mit
tödlicher Zielstrebigkeit,......“ und „für Fortgeschrittene“.
„Na
Mahlzeit“, ich war einen gutmütigen Bearded-Collie gewöhnt.
Da
sich jedoch, mehr noch bei mir als bei meiner Lebensgefährtin der Gedanke an
ein solch schönes Tier festgefressen hatte, fuhren wir am 19.6.99 noch
einmal nach Fins, nur mal so, zum noch mal Schauen. Den Kaufpreis
vorsorglich – mich gutkennend – in der Tasche, wurden wir sehr schnell einig
und genau diese bereits oben erwähnte Hündin – Pyashka – fuhr mit uns nach
Hause. Eine Hündin übrigens nur wegen (ich hatte bis dato nur Rüden) der
gelesenen Zitate nach dem Motto „Weibchen sind doch bestimmt nicht so
gefährlich wie Rüden“.
Teil 2
„Nein, niemals
.....“!
Ausstellungen – eigener Wurf – auch noch als Züchter? „niemals“ – hätte ich
jeden ausgelacht „das tu’ ich mir doch nicht an.“
Jetzt sitze ich hier am Kamin, habe meine Wurfkiste gebaut und warte mit
Pyashka auf die Babys. Noch ca. 14 Tage, wir sind „hochschwanger“, können’s
kaum erwarten.
Wie konnte es soweit kommen?
Scheinbar ganz einfach. Ich denke, vielen ging es ähnlich, man bekommt –
eigentlich zufällig – einen besonders schönen, liebenswerten Hund mit
außergewöhnlich gutem Wesen.
Beim ersten Sparziergang in der City trifft man eine barsoisbegeisterte
Christa Hassel und landet unversehens auf einem „Windhundrennplatz“.
Gegen die eigene Überzeugung läuft man plötzlich mit anderen „Baby-Hündchen“
im Kreis, mit Marina Franz, als Ringtrainer, denn man habe ein so „hübsches
Hündchen“. Ergo, bei der ersten Ausstellung, mittlerweile als
Vereinsmitglied mit vielen Aufgaben – Hände werden immer gebraucht – läuft
man mit seinem „Baby“ im Kreis. „Vielversprechend“ – Achtung – der
Virus ist platziert. Dann ging es „rasend schnell“.
Top-Platzierungen in der Jugendklasse, warten auf das erste Jahr und einen
Tag, weiterhin Top und aus „Baby“ wurde ein Champion, eine Siegerin. Zur
ersten Ausstellung in der offenen Klasse gegen 80 Barsois in Issum/Sevelen –
ohne geglaubte Erfolgsaussichten, nur der „viruellen Krankheit“ folgend –
Landessiegerin NRW 2001. – „Na denn“, also weitermachen, ab ins Ausland.
Noch 2 CACIB, ein Jahr und einen Tag, Belgian-Winner 2001 und CACIB
in Metz und Pyashka ist auch Internationaler Schönheits-Champion.
Herrchen und Frauchen lernen nebenbei schöne europäische Städte kennen und
lieben.
Ohne es zu ahnen, wurde Pyashka zweit erfolgreichste Ausstellungshündin
Deutschlands in 2001.
Fit
bleibt unsere Hündin durch ausgedehnte Waldläufe ohne Leine, mit
Spurteinlagen bei Eichhörnchen, Hasen, Katzen und Rehen – aber nur bis an
den jeweiligen Waldrand, erfreulich für uns, denn dann ist sie gleich wieder
da. Alle Sonntage, wenn immer möglich, geht’s ab auf die Rennbahn nach
Landstuhl zum Training. Sie ist pfeilschnell mit Bestzeit von 34,85 Sek./480
m.
Inzwischen auch in der Gebrauchshundeklasse mit großem Ausstellungserfolg –
z. B. Belgian-Winner 2003, allerdings – BOB – ihr Bruder
Piatoi-Polozovich de Xanishka, der Super-Multi-Champion. Auch erfolgreich
sind ihre Wurfgeschwister, die beiden Champions Porosha und Pritschka.
So
schließt sich der Kreis, und weil unsere geliebte Pyaskha so viel Freude und
Begeisterung geschenkt hat, kam was kommen musste ....., man möchte
wenigstens noch einen Nachkommen von ihr in den Verbund der Familie
aufnehmen. Ob „Sie“ oder „Er“, wer will’s schon genau wissen, die Liebe wird
es entscheiden. Bis dahin wird ordentlich „Studiert“, wie z. B. „Die Technik
der Hundezucht“ von Dr. Dieter Fleig. „Man will ja nur das Beste“ – für sie,
unseren Multi-Champion Pyashka de Xanishka. Alle weiteren Infos hier zu auf
der Welpen A-Wurf Seite.
Neben mir, auf der Couch, zucken Beine und Nase, träumt da eine von ihrem
Mann, dem schönen starken Mantel-Rüden Ruslan St. Rogoff Imperial de
Perchinosskaia aus dem Norden Frankreichs??????
Endlich
wird Pyashka Oma. Wir erwarten um den 07.02.2010 unseren B-Wurf. Adlesha und
Grischa bekommen Babys.
Alle
weiteren Informationen auf der Welpen B-Wurf Seite. |